"...Ich bin wirklich immer das, was ihr denkt, was ich bin. Ich bin nur Interpretation. Ich bin das gar nicht."
Tucké Royale ist ein Pseudohermaphrodit, d.h. sie (sic!) ist kein Mann, sie (sic!) ist keine Frau und sie (...) ist nicht einmal ein eindeutiger Zwitter. Sie ist (ein) Pseudo – wie das Theater. Die Kakerlake spricht. Und erzählt von Wandlung zu Wandlung, keine Verkleidung ist echt, ist nur die Vorbereitung für die nächste, jedes Gefühl, jede Identifikation ist PSEUDO – und wird übermalt: mit roter, schwarzer, weißer Farbe, mit dem nächsten Text, der das Gegenteil behauptet, mit dem nächsten Lied, das das Ganze als Show simuliert: Hier bin ich nicht / Hier auch nicht / Aber such mich doch!
Im Grenzbereich zwischen Malerei, Performance, Installation und Theater ist die Biografie tatsächlich nur der Anlass für eine radikale ästhetische Auseinandersetzung mit den Themen und dem Material des Körpers, des Geschlechts, der Identität, des Künstlers.
Tucké Royale (*Quedlinburg) studierte an der Hochschule für Schauspielkunst „Ernst Busch“ in Berlin und lebt von freier Performancekunst, Schau- und Puppenspiel sowie Malerei in Berlin.
Stephan Müller (*Rüdersdorf bei Berlin) studierte Germanistik, Theaterwissenschaft und Skandinavistik in Berlin. Regiearbeiten u.a. am HAU in Berlin, am Staatstheater Schwerin und am Maxim Gorki Theater.