von Nino Haratischwili
Jenny ist jung, nett, kreativ, und sie plant ein junges, nettes, kreatives, besonders originelles und intermediales Projekt. Sie findet ein Thema, das bestimmt noch keiner vor ihr entdeckt hat: Death in Progress. Die Zukunft der Friedhöfe. Es müsste alles stimmen. Alles müsste seinen Lauf nehmen und super funktionieren. Aber das tut es nicht. Jennys Kunst durchkreuzt ihre Realität und bringt alles durcheinander. Jenny ist einsam in ihrer Suche nach den Gründen für das Scheitern ihrer Träume, ihrer Liebe, ihrer Hoffnung auf Bedeutung und ihrem Glauben an die Kunst. In dem Stück geht es um das Scheitern, in der Kunst wie im Leben, und um den Versuch, das Scheitern in der extrem leistungsorientierten Gesellschaft als eine Art Gegenideologie zu behaupten.
„Vanessa Czapla betreibt rotzfrech und witzig Jennys Spiele mit falscher und wahrer Identität, zeigt in Pichlers punktgenauer Regie aber auch die Einsamkeit der jungen Frau, ihre Ver(w)irrungen zwischen Fiktion und Wirklichkeit.“ (Hamburger Abendblatt)